Adobe Muse ist tot, es lebe Adobe XD

Für viele Webentwickler ist es ein Schlag ins Gesicht: Adobe Muse wird endgültig eingestellt. Die Webdesign-Software hat einfache responsive Layouts in funktionierenden Code verwandelt, der direkt per FTP hochgeladen werden konnte.

Nun stellt Adobe diese beliebte Tool ein und entwickelt dafür Adobe XD weiter. Adobe XD hat eine fast identische Oberfläche, erzeugt aber keinen webfähigen Code. Für UI und UX Designer eine gute Nachricht, denn damit rücken Funktionen wie Kunden-Feedback und Developer Documentation in den Vordergrund.

Das Ende von Adobe Muse

Nehmen wir kurz Abschied von einer Idee, die noch nie gut war. Adobe Muse hat zwar als Prototyping Tool funktioniert, wurde aber mit der Funktion zur Erzeugung von HTML, CSS und JavaScript auch als Webeditor vermarktet und genutzt. Dabei war dieser Code kein gutes Beispiel für gute Webentwicklung. Es wurde zu wenig Wert auf Performance, Browserkompatibilität und SEO-Kompatibilität gelegt. Von der Maintainability sprechen wir lieber gar nicht.

Das Ende von Adobe Muse und Business Catalyst wurde im März 2018 eingeläutet. Im März 2021 werden die Dienste eingestellt. Einen adäquaten Nachfolger gibt es nicht, aber für OnePager ist Adobe Spark eine mögliche Lösung, für kleine Webseiten Adobe Portfolio.

Aber Adobe Muse war kostenlos und für Prototyping und UI Design wirklich zu gebrauchen. In seinem Funktionsumfang konnte man es sogar mit der führenden Prototyping-Software Invisionapp vergleichen.

Die Geburtsstunde von Adobe XD

Daher ist es nicht verwunderlich, dass aus Adobe Muse nun Adobe XD entstanden ist. Mit Adobe XD möchte sich der Softwaregigant nun auch im Experience Design verwirklichen, indem Funktionen zur Weiterentwicklung und dem kritischen Auge von Entscheidern sowie die Weitergabe an Entwickler integriert und ausgebaut werden. Dazu ist Adobe XD natürlich perfekt mit Adobe Photoshop und Illustrator integriert, was ein nicht zu verachtender Heimvorteil ist.

Was dafür verwunderlich ist: Adobe XD ist immer noch kostenfrei und erfordert auch (noch) keine Adobe CC Lizenz.